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Erläuterungen zu den Chemie-Vorlesungen

I   Hybridisierung und Kovalente Bindungen

1. Bindungsarten

2. Elektronenkonfiguration und Kästchenschema im Grundzustand (ungebunden)

Jedes Atom des Periodensystems (PSE) hat seine charakteristische Elektronenkonfiguration, die dem PSE entnommen werden kann, beginnend mit dem niedrigsten Energieniveau - "Schale" - 1s über 2s und 2p zu 3s, 3p und 3d usw.

Kästchenschema der Schalen:

Es gilt die Hund'sche Regel.

Kästchenschema einiger Elemente im Grundzustand:

3. Das ist Hybridisierung!

4. Die sp3-Hybridisierung 

4.1 Gedanklicher "Ablauf" der sp3-Hybridisierung am Beispiel Kohlenstoff

Darstellung der verschiedenen Elektronenorbitale im Grundzustand eines Atoms. Atomorbitale bilden keine Bindungen!:

   

Kästchenschema für Kohlenstoff in Bindungen mit 4 Liganden (sp3), Winkel 109°28'

  1. Anhebung eines 2s-Elektrons  aus dem Grundzustand in das 2p-Niveau und 

  2. Hybridisierung des einen 2s mit den drei 2p-Elektronen auf das Energieniveau 2 sp3 unter Absenkung und Vereinheitlichung der Energie:

Hybridisierungsablauf zu 4 Bindungspartnern der Kohlenstoff:

Die Hybridorbitale können jeweils Valenzbindungen  (s-Bindungen) zu anderen Atomen aufbauen.

4.2 Beispiele

Bildung von Methan, vier s-Bindungen zwischen C und H. Die H-Atome können nicht hybridisieren, da sie nur über s-Orbitale verfügen:

Aus einem sp3-Hybridorbital des Kohlenstoffs und dem s-Orbital eines Wasserstoffs bildet sich ein Molekülorbital, bei dem das Bindungselektronenpaar beiden Atomkernen angehört und somit die C-H-Bindung bildet.

Bildung von Ethan durch drei s-Bindungen zwischen C und H und eine C-C-s-Bindung. Beide C-Atome sind sp3-hybridisiert, H ist nicht hybridisiert, formal:

Die Struktur des Ethanmoleküls zeigt das Kugel-Stab-Modell:

Bildung von Ammoniak durch sp3-Hybridisierung des Stickstoffs, Bindungswinkel H-N-H 107,3°, da das nicht sichtbare, aber in einem sp3-Orbital existente freie Elektronenpaar den idealen Tetraederwinkel staucht. Die drei einfach besetzten sp3-Hybridorbitale bilden drei s-Bindungen zwischen N und H:

Bildung von Wasser durch sp3-Hybridisierung des Sauerstoffs, Bindungswinkel H-O-H 104,5°, da die nicht sichtbaren, aber in  zwei sp3-Orbitalen existenten freien Elektronenpaare den idealen Tetraederwinkel stauchen. Die zwei einfach besetzten sp3-Hybridorbitale bilden zwei s-Bindungen zwischen O und H:

Bildung von Hydrogenfluorid HF durch sp3-Hybridisierung des Fluor. Ein Bindungswinkel ist nicht definiert. Neben der einen s-Bindung existieren 3 freie Elektronenpaare in sp3-Hybridorbitalen:

4.3 Zusammenfassende Eigenschaften der jeweils 4 sp3-Hybridorbitale

Atom Valenzelektronen s-Bindungen freie Elektronenpaare p-Bindungen Bindungswinkel in Molekül
B 2s2, 2p1 3-Zentren-Bindung Elektronenmangelverbindungen 0 kein sp3 B2H6
C 2s2, 2p2 4 0 0 109°28' CH4
N 2s2, 2p3 3 1 0 107° NH3
O 2s2, 2p4 2 2 0 104,5° OH2
S 3s2, 3p4 2 2 0 92° SH2
Se 4s2, 4p4 2 2 0 91° SeH2
F 2s2, 2p5 1 3 0 nicht definiert FH
Ne 2s2, 2p6 nicht existent, da kein Elektron zur Bindungsbildung zur Verfügung steht (Edelgas)

   sp2-Hybridisierung 

© Prof. Dr. M. Häberlein in FH Frankfurt, Fb 2, Stg Verfahrenstechnik